In welchen Fällen kann ein Experte als Gutachter hilfreich sein?

Gründe, einen Gutachter zu beauftragen, gibt es wie Sand am Meer. Immer dann, wenn eine unabhängige, aber fundierte Expertenmeinung gefragt ist, kommen Gutachter ins Spiel. Gutachten können dazu beitragen, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Führt der Weg doch vor Gericht, helfen Gutachter mit ihren Einschätzungen, richtige und gerechte Entscheidungen zu treffen. Dabei gibt es für fast alle Lebensbereiche spezialisierte Gutachter. Wichtig ist: Je spezieller ein Themengebiet, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einen Gutachter zu benötigen, um Sachverhalte richtig einschätzen zu können. Gutachter kommen zum Beispiel dann zum Einsatz, wenn der Verdacht auf Pfusch am Bau vorliegt, wenn Ärzte in ihrer Behandlung einen vermeintlichen Fehler gemacht haben oder nach einem Verkehrsunfall.

Nicht nur Verbraucher können vom Know-how profitieren. Auch die Politik gibt immer wieder Gutachten in Auftrag, um sich über Spezialthemen eine fundierte Meinung bilden und auf deren Grundlage eine Entscheidung treffen zu können. Auch den Gerichten fehlt in vielen Fällen entsprechendes Fachwissen, sodass den Ausführungen eines Sachverständigen eine hohe Bedeutung zukommt. Einem gerichtlich angeordneten Gutachten kommt im Fall eines Prozess sogar eine sehr hohe Beweiskraft zu. Ein Privatgutachten gilt im Vergleich dazu nicht zwingend als Beweismittel, aber immerhin als ein qualifizierter Fachbeitrag, mit dem sich ein Gericht bei seiner Entscheidungsfindung auf jeden Fall auseinandersetzen muss.

Für Privatpersonen kann es hilfreich sein, selbst einen Gutachter einzuschalten, wenn der Inhalt eines gerichtlich angeordneten Gutachtens anders ausfällt als erwartet wurde. Es reicht eben nicht aus, einfach nur anderer Meinung zu sein. Ein qualifiziertes Gegengutachten muss ausreichende und vor allem durchgreifende Zweifel an den Ausführungen des gerichtlich bestellten Sachverständigen aufkommen lassen – und dazu bedarf es zweifelsfrei eines ausgewiesenen Experten.

Ähnlich verhält es sich in dem häufig auftretenden Fall, wenn ein Versicherungsunternehmen einen Sachverständigen bestellt. Dieser beurteilt einen aufgetretenen Schaden in der Regel zwar objektiv, aber tendenziell zu Gunsten seines Auftraggebers, der Versicherung. Um dennoch zu seinem Recht zu kommen, kann ein Privatgutachten hilfreich sein. Noch besser: Der Geschädigte kümmert sich von vornherein um einen unabhängigen, qualifizierten und anerkannten Gutachter seines Vertrauens.

Ein Kfz-Wertgutachten ist den meisten Verbrauchern ein Begriff und wird häufig erfragt. Ein solches kann hilfreich sein, wenn man sein privates Auto verkaufen möchte, sich aber schwer tut, den aktuellen Wert des Fahrzeugs realistisch einzuschätzen. Ein Wertgutachten schafft nicht nur Klarheit, sondern auch Vertrauen bei potenziellen Käufern. Das kann mitunter die Nachfrage steigern – und die steigert bekanntermaßen ja auch den Preis. Ein anderes Beispiel aus dem Kfz-Bereich: Der Kauf eines angeblich unfallfreien Fahrzeugs. Wem dann doch Zweifel aufkommen, kann der Gutachter mit seinem Fachwissen Licht ins Dunkel bringen und die Täuschung aufklären.
Nicht immer muss jedoch etwas passiert sein, bevor Gutachter auf den Plan gerufen werden. In einigen Fällen können sie auch dazu beitragen, einen möglichen Schaden zu verhindern. Wer beispielsweise ein antikes Möbelstück kaufen möchte, aber von der Materie nur wenig versteht, kann schon vor der eigentlichen Kaufabwicklung einen Experten mitbringen und von diesem das Möbelstück begutachten lassen.