Warum ist es so wichtig, einen Gutachter einzuschalten?

Technik spielt eine immer wichtigere Rolle in unserem Alltagsleben. Das führt zwangsläufig dazu, dass auch Sachverständige und Gutachter wichtiger werden, da nicht jeder Einzelne ein Experte in Spezialgebieten sein kann. Deshalb ist es auch selbstverständlich, dass Gutachter von Regierungen und Parlamenten beauftragt oder von Gerichten eingeschaltet werden, um Sachverhalte aufzuklären oder objektiv zu beurteilen. Die Versicherungsbranche setzte schon immer auf das fundierte Fachwissen von Gutachtern, um einen Schaden, zum Beispiel am Auto, in seiner Höhe zu bestimmen und die Schuldfrage zu klären. Auch der Bürger kann vom Wissen eines Gutachters profitieren: Er kann sich von einem unabhängigen Experten Unterstützung holen, wenn es um einen Schaden an seinem Auto geht, wenn er Pfusch auf seiner Baustelle beweisen will oder sein Grundstück bewerten lassen möchte. Gutachter und Sachverständige kommen auch dann zum Einsatz, wenn gefährliche Anlagen oder solche, die regelmäßig überwacht werden müssen, zu überprüfen sind. Gleiches gilt für sicherheitsrelevante Einrichtungen oder gesundheitsgefährdende Produkte. In diesen und vielen weiteren Fällen kommen Gutachter zum Einsatz, die jeweils Experte in ihrem Fachgebiet sind.

Für Verbraucher ist es oft wichtig, Gewissheit darüber zu haben, wer für einen Fehler verantwortlich ist oder wo dessen Ursache liegt. Kommt es zu Streitfällen, muss der Verbraucher oftmals nachweisen, dass der entstandene Schaden nicht auf sein eigenes, sondern auf fremdes Verschulden zurückzuführen ist. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Pfusch am Bau vermutet wird oder ein Arzt bei einer medizinischen Behandlung einen Fehler gemacht haben könnte. Nur der unabhängige Gutachter ist in der Lage, diesen Nachweis objektiv zu führen. Sein Urteil wird auch von den jeweiligen Versicherungen anerkannt und hat zumindest einen Empfehlungscharakter. So kann die Arbeit eines Gutachters im Streifall auch dazu beitragen, dass eine außergerichtliche Einigung der Parteien ermöglicht wird. Kommt es doch zu einem Verfahren, können Gutachter wertvolle Impulse für die Rechtsfindung geben.
Ein Gutachter kann auch hilfreich sein, selbst dann, wenn der Geschädigte schon weiß, dass auch ihn ein Mitverschulden trifft. Das kann etwa bei einem Verkehrsunfall in Frage kommen. In jedem Fall dient das Gutachten eines Sachverständigen dazu, den Schaden festzustellen, Beweise zu sichern und den entstandenen Schaden in seiner Höhe zu beziffern. Gerade in strittigen Fällen ist die Beweissicherung von großer Bedeutung, damit der Geschädigte seine Angaben auch glaubhaft machen kann. Nur der Gutachter kann zweifelsfrei erkennen, ob es sich zum Beispiel nur um einen einfachen Blechschaden am Auto handelt oder ob vielleicht doch tragende Teile beschädigt sind. Andererseits kann auch ein auf den ersten Blick großer Schaden bei den Reparaturkosten vergleichsweise gering sein. Wer einen Gutachter einschaltet, geht also auf Nummer sicher.

Die Auswahl des richtigen Gutachters ist immer auch eine Frage des Vertrauens. Ein von einer gegnerischen Versicherung beauftragter Gutachter ist dabei selten die beste Lösung. Wichtig ist, dass der eingeschaltete Gutachter unabhängig und frei seiner Arbeit nachgehen kann, um Schäden objektiv und in vollem Umfang bewerten zu können. Bei der Auswahl helfen, können einige Kriterien: Aus der beruflichen Qualifikation des Gutachters sollte klar ersichtlich sein, dass der Gutachter auch tatsächlich ein Experte für den jeweiligen Bereich ist. Wer zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall einen Gutachter einschaltet, sollte darauf achten, dass sein Gutachter Kfz-Meister ist. Grundsätzlich sollte der Gutachter in einem anerkannten Berufsverband organisiert oder zumindest anderweitig zertifiziert sein.